Dies, Das

Psychedelische Kunst

Bryan Lewis Saunders – Außergewöhnliche Bilder unter Drogeneinfluss

Schonmal was von Bryan Lewis Saunders gehört? Der 42-jährige Künstler, Kameramann und Poet ist bekannt für seine provokanten und aufwühlenden Vorträge und Aufführungen, die er selber als „stand up tragedy“ bezeichnet.

Zudem hat er sich seit 1995 zum Ziel gesetzt, jeden Tag bis an sein Lebensende mindestens ein Portrait von sich selbst zu malen. Mitlerweile befinden sich über 8000 Bilder von sich selbst in seinem Besitz. Er selber sagt, keines dieser Bilder gleicht dem anderen, wie bei einer Schneeflocke oder der DNA. Sorgsam verstaut er seine Werke in Hardcoverbüchern und sammelt sich so kontinuierlich eine beeindruckende Chronik seiner selbst an.


Im Jahr 2001 entschied er sich zu einem außergewöhnlichen Experiment: während einer 11-tägigen Phase führte er sich 18 verschiedene Rauschmittel zu und dokumentierte mithilfe der Selbstportraits die Auswirkungen seiner veränderten Wahrnehmung. Während der Trips oder kurz darauf entstanden diverse Selbstportraits, die eindrucksvoll die Effekte der eigenommenen Drogen und Medikamente wiederspiegeln.

Erstmals 1956 formulierten der britischen Psychiater Humphry Osmond und der Schriftsteller Aldous Huxley („Schöne neue Welt“) die Wortschöpfung „psychedelisch“, eine neue Art von Drogenwirkung auf die Seele. Daraufhin bedienten sich die Künstler der bildenden Kunst, Film, Musik und Literatur bewusstseinerweiternder Drogen in der Hippieszene der 60er Jahre, häufig in einem Zustand der Trance.

Heutzutage probieren sich Künstler wie Bryan Lewis Saunders in der psychedelischen Kunst. In einem Interview sagte er, dass er sonst eigentlich keine Drogen nimmt und auch nur wenig Medikamente. Zudem leidet er seit Kindertagen unter diversen mentalen Störungen: „I’ve been labeled with: Antisocial Personality Disorder (as a child), Borderline (in my teens), Schizotypal (as a young adult), Paranoid Schizophrenic (at present)…“ In einem anderen Interview sagte er:

„Today we live in a narcissistic and obsessive culture, totally overflowing with drugs. And as an artist I am the filter.“

Man mag diesen Menschen für verrückt halten, doch die Bilder sind faszinierend und lassen dem Betrachter unglaublich viel Raum für eigene Interpretationen. Man kann nur erahnen, wie sich Bryan Lewis Saunders auf den verschiedenen Trips gefühlt haben muss, aber seine Portraits geben einen eindrucksvollen Einblick über seine psychische Situation und die veränderte Selbstwahrnehmung.

 

Hier eine Auswahl seiner Werke:

 

15mg Buspiron (angstlösender Arzneistoff, geschnupft)

90mg Abilify (Medikament gegen Schizophrenie)

1 Glas „echter“ Absinth

10mg Ambien (Schlafmittel)

4 Butalbitals (Kopfschmerzmittel, Dosierung unbekannt)

Butane Honey Oil (Haschischöl)

250mg Cephalexin (Antibiotikum gegen bakterielle Infektionen)

1/2 Gramm Kokain

2 Spritzer Computerreinigungsmittel

2 Flaschen Hustensaft

Ein „Stoß“ Crystal Meth

4mg Dilaudid (starkes Schmerzmittel)

60mg Geodon (Antipsychotikum bei Schizophrenie)

Haschisch

20mg Valium

 

Weitere Bilder und Informationen gibt es auf Bryan Lewis Saunders‘ Internetseite und die VICE führte hier ein interessantes Interview mit dem Künster.

 

 

Bilder via tumblr & Bryan Lewis Saunders

 

 

 

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Mash
// Mo. 23.01.2012
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